Valencia
Auf unserem Trip in den Süden stoppen wir in Valenica, um eine der bedeutendsten Städte Spaniens zu erkunden, deren wechselhafte Geschichte bis in die Antike zurückreicht. Valencia wurde 138 v. Chr. von den Römern unter dem Namen Valentia Edetanorum gegründet. Die Stadt diente als Ruhesitz für römische Veteranen und wurde an einem strategisch wichtigen Punkt am Fluss Turia errichtet. Nach dem Zerfall des Römischen Reichs im 5. Jahrhundert wurde Valencia von den Westgoten beherrscht. Die westgotische Herrschaft endete jedoch im Jahr 711 n. Chr. mit der Ankunft der Mauren. Valencia wurde Teil des Kalifats von Córdoba und erlebte unter maurischer Herrschaft eine Blütezeit. Die Stadt wuchs, entwickelte eine bedeutende Landwirtschaft und profitierte von den technischen und wissenschaftlichen Fortschritten der islamischen Welt.
Im Jahr 1238 eroberte der christliche König Jakob I. von Aragón Valencia im Rahmen der sogenannten Reconquista zurück. Dies war ein entscheidender Wendepunkt in der Geschichte der Stadt, denn sie wurde fortan in das Königreich Aragón integriert und erlebte eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. Das Mittelalter brachte Valencia als Handelszentrum großes Ansehen, und es entwickelte sich eine bedeutende Seidenindustrie. Im 15. Jahrhundert, auch bekannt als das Siglo de Oro Valenciano (Goldenes Zeitalter von Valencia), erreichte die Stadt ihren Höhepunkt in Bezug auf Wirtschaft und Kunst. Die Seidenbörse „La Lonja de la Seda“, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, wurde in dieser Zeit errichtet.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Valencia, wie viele andere Teile Spaniens, von den politischen und militärischen Umwälzungen Europas beeinflusst. Die Stadt verlor nach der Spanischen Erbfolgekriege (1701–1714) einige ihrer Privilegien und Rechte, als Philipp V. nach seinem Sieg die zentralisierte Monarchie einführte. Dennoch behielt Valencia eine wichtige Rolle als Handelszentrum bei.
Im 19. Jahrhundert erlebte Valencia eine industrielle Entwicklung und den Ausbau der Stadt. Es kam jedoch auch zu politischen Spannungen, und die Stadt war Schauplatz mehrerer revolutionärer Bewegungen. Während des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) wurde Valencia zur vorübergehenden Hauptstadt der Republik, bevor sie 1939 von den Truppen Francisco Francos eingenommen wurde.
Im 20. Jahrhundert erholte sich Valencia nach den Wirren des Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur langsam und wurde zu einer der dynamischsten Städte Spaniens. Heute ist Valencia eine moderne Metropole mit einer vielfältigen Wirtschaft, die auf Industrie, Landwirtschaft, Tourismus und Dienstleistungen basiert. Die Stadt ist international bekannt für ihre Architektur, darunter der von Santiago Calatrava entworfene „Ciudad de las Artes y las Ciencias“ (Stadt der Künste und Wissenschaften), und für das populäre Fest „Las Fallas“.





Der im ersten Absatz erwähnte Fluß Turia ist heute eine 9 km lange grüne Oase durch die Stadt, vom Hafen bis in der Nordosten, voller Sportplätze, Laufstrecken, Fahrrad- und Wanderwegen, die zum gemütlichen Flanieren einladen. Die grüne Oase ist entstanden als man aufgrund von immer wieder vorkommenden Flutschäden in der Stadt den Fluß nach einem großen Flurschaden im Jahre 1957 umgeleitet hat.
Neben der Stadt der Künste und der Wissenschaft weist die Stadt eine Vielzahl historisch interessanter Gebäude auf, u.a. die Kathrdrale, die zentrale Markthalle und die Seidenbörse.
Die Kathedrale von Valencia (auf Spanisch: Catedral de Santa María de Valencia) ist eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke in Spanien und steht im Zentrum der Stadt Valencia. Bevor die Kathedrale errichtet wurde, stand an dieser Stelle eine maurische Moschee, da Valencia im frühen Mittelalter unter islamischer Herrschaft stand. Im Zuge der Reconquista wurde Valencia 1238 von Jakob I. von Aragón zurückerobert. Auf den Überresten der Moschee begann der Bau der christlichen Kathedrale.
Der Bau der Kathedrale begann 1262 und dauerte mehrere Jahrhunderte. Die Hauptbaustile, die die Kathedrale prägen, sind Gotik, Renaissance, Barock und Neoklassizismus. Ursprünglich wurde sie im gotischen Stil begonnen, was in den Grundstrukturen des Gebäudes zu erkennen ist, insbesondere in den Spitzbögen und dem Hauptschiff. Einige Abschnitte, wie die Kapellen, wurden jedoch später in anderen Stilen ergänzt.
Eine der berühmtesten Legenden rund um die Kathedrale von Valencia ist die, dass dort der Heilige Gral aufbewahrt wird. Diese Reliquie wird in einer speziell dafür eingerichteten Kapelle gezeigt und zieht bis heute viele Pilger und Touristen an. Der Gral, der seit 1437 in der Kathedrale aufbewahrt wird, stammt aus dem 1. Jahrhundert und könnte nach einigen Theorien der Kelch sein, den Jesus beim letzten Abendmahl benutzte.


Die Markthalle von Valencia, bekannt als Mercado Central de Valencia, ist ein beeindruckendes architektonisches und kulturelles Wahrzeichen der Stadt. Ihre Geschichte reicht bis ins späte 19. und frühe 20. Jahrhundert zurück und ist eng mit der Entwicklung der Stadt und ihrer Rolle als wichtiges Handelszentrum verbunden.
Valencia hatte schon immer eine Tradition des Handels, die bis ins Mittelalter reicht. Bereits vor dem Bau der heutigen Markthalle fanden in der Altstadt von Valencia an verschiedenen Orten Märkte statt, darunter auch auf offenen Plätzen wie der Plaza del Mercado.
Ende des 19. Jahrhunderts, im Zuge der Urbanisierung und des Bevölkerungswachstums, wurde jedoch klar, dass Valencia eine moderne Markthalle benötigte, die den gestiegenen Anforderungen gerecht werden konnte. 1910 beschlossen die Stadtväter den Bau eines überdachten Marktes. Das Projekt wurde von den Architekten Francesc Guàrdia i Vial und Alexandre Soler i March, Schüler von Antoni Gaudí, entworfen.
Die Halle erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 8.000 Quadratmetern und beherbergt über 1.200 Stände. Besonders bemerkenswert ist die große zentrale Kuppel, die mit farbenprächtigem Glas und Kacheln verziert ist, sowie die zahlreichen dekorativen Elemente, die der Halle eine leichte, luftige Atmosphäre verleihen.
Der Mercado Central wurde schnell zu einem wichtigen Handelszentrum der Stadt. Er bot nicht nur Platz für Händler, um ihre Waren anzubieten, sondern war auch ein Treffpunkt für die Bevölkerung. Auch heute noch ist die Markthalle ein beliebter Ort, an dem frische Lebensmittel, insbesondere regionale Produkte wie Fisch, Obst, Gemüse und Fleisch, angeboten werden.
Heute gilt die Mercado Central de Valencia als eine der größten und ältesten Markthallen Europas, die noch in Betrieb ist. Darüber hinaus wurde sie 2004 von der UNESCO als besonders schützenswertes Kulturerbe anerkannt.


Die Seidenbörse in Valencia ist eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke Spaniens und wurde 1996 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Seidenbörse wurde zwischen 1482 und 1548 erbaut und war ursprünglich ein Handelszentrum für Seide und andere Waren. Sie symbolisiert den Reichtum Valencias während der Blütezeit des Handels im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit und ist ein herausragendes Beispiel für die gotische Zivilarchitektur. Besonders bemerkenswert sind die imposanten Säulen in der Halle, die das Innere wie einen Palmenhain wirken lassen. Die drei Hauptbereichen sind die Säulenhalle – hier fanden die wichtigsten Handelsverträge statt- der Turm – diente früher als Gefängnis für Händler, die ihre Schulden nicht begleichen konnten – und der Konsulatsaal – dieser Raum wurde für maritime Handelsgesetze genutzt.



Stellplatz Valencia Camper Park, Personal ok, dürftige Sanitäranlagen, gute Verkehrsanbindung per S-Bahn (lange Fahrt in die Innenstadt), kein WLAN am Stellplatz, 24.-27.09.24, stark frequentiert und laut, aber nicht zu empfehlen