Zwischenstopp in Guadix
Auf dem Weg nach Granda unternehmen wir einen Zwischenstopp in Guadix. Diese Stadt ist bekannt für ihre faszinierenden Höhlenwohnungen, die in die weichen Felsen der Umgebung gehauen sind. Diese Höhlen, genannt “cuevas”, bieten sowohl historisches als auch kulturelles Erbe und werden zum Teil noch heute bewohnt. Guadix hat auch eine reiche Geschichte, die bis in die Zeit der Römer zurückreicht. Diese Beschreibung hat uns gereizt und zudem soll die Stadt auch eine fantastische Altstadt haben, die wir besuchen wollen.
In Guadix haben uns dann mit Marika und Thomas (Freunde aus Menden) getroffen und haben vor einige Stationen der weiteren Andalusienreise gemeinsam zu absolvieren. Der Stellplatz is leider sehr bescheiden, so dass wir gemeinsam entscheiden, nach dem Besuch des Stadtvierteles mit den Höhlenwohnungen sowie der Kathedrale weiterzufahren. Der Spaziergang zum Museum der Höhlenwohnung dauert etwa 25 min. und es wird uns überraschender Weise geöffnet von einem jungen deutschen Mann. Wie sich in dem Gespräch herausstellt, ist er der Sohn eines spanischen Gastarbeiters in Deutschland, der sich in der Rente mit seiner Lebensgefährtin nach Almeria zurückgezogen hat. Nach der Scheidung von seiner Frau hat sich der Junior vorerst auch nach Spanien zurückgezogen.



Wir besuchen sowohl das Museum als auch eine Wohnung eines kleinen Shops an der Aussichtsplatform; die Platform bietet einen tollen Überblick über das gesamte Viertel. Der Shopbesitzer gewährt uns bei einem Kaltgetränk und gegen eine kleine Spende einen Einblick in seine Wohnung. Wie wir erfahren, bieten die heutigen Höhlen einen angemessen Komfort, aber auch bei hohen Außentemperaturen eine angenehme wohltemperierte Wohnatmosphäre.
Die Höhlenwohnungen haben ihren Ursprung in prähistorischer Zeit. Sie sind ein faszinierendes Beispiel für traditionelle Bauweise und angepasste Architektur in einer einzigartigen geografischen Umgebung. Sie wurden von den Mauren im 10. Jahrhundert weiterentwickelt und später auch von christlichen Einwohnern genutzt. Die Höhlen bieten eine natürliche Isolation vor den extremen Temperaturen der Region und es sollen heute noch ca. 2000 Menschen in diesen Höhlenwohnungen leben.


Die Kathedrale liegt im Herzen der Stadt und prägt das Stadtbild von Guadix maßgeblich; sie, auch Catedral de la Encarnación de Guadix genannt, ist ein beeindruckendes Bauwerk, das auf den Fundamenten einer ehemaligen Moschee errichtet wurde. Sie vereint verschiedene Architekturstile, darunter Gotik, Renaissance und Barock, was auf die lange Bauzeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert zurückzuführen ist. Nach der Rückeroberung durch die Katholischen Könige im 15. Jahrhundert wurde die Moschee in eine christliche Kirche umgewandelt. Der Bau der heutigen Kathedrale begann im Jahr 1492. Die Fassade ist hauptsächlich im Barockstil gehalten, mit kunstvollen Verzierungen und imposanten Säulen. Die Kathedrale ist nicht nur religiös von Bedeutung, sondern auch ein kulturelles Zentrum der Stadt und ein Beispiel für die Vermischung verschiedener Baustile und historischer Einflüsse.