Der Besuch in Granada
Von Guadix starten wir nach Granada, mit dem Ziel, die Alhambra zu besichtigen. Der Stellplatz direkt neben der Alhambra ist kaum belegt und so finden gleich einen Platz. Unmittelbar danach gehen wir zur Abendkasse und hoffen, noch Restkarten für den nächsten Tag oder für eine Nachtbesichtigung der Nasaridenpaläste zu ergattern. Beides misslingt, auch am nächsten Tag. Somit müssen wir uns mit der Aussenansicht der Alhambra sowie der Altstadt Granada‘s mit seiner Kathedrale etc. begnügen.
Die Geschichte von Granada ist reich und vielschichtig, auch ohne die Alhambra, die zweifellos eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt ist. Granada wurde ursprünglich von den Iberern besiedelt und war später eine wichtige Stadt im maurischen Emirat von Córdoba. Im 13. Jahrhundert wurde sie zur Hauptstadt des Königreichs Granada, dem letzten muslimischen Reich auf der iberischen Halbinsel. Die Stadt spielte eine entscheidende Rolle während der Reconquista und fiel schließlich 1492 in die Hände der katholischen Könige Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón. Danach erlebte Granada eine kulturelle Blütezeit unter spanischer Herrschaft.

Vom Stellplatz wandern wir entlang der Alhambra, quasi ein Tunnel zwischen den Befestigungsanlagen der Alhambra und dem Generalife (Gartenkunst und Nasaridenpläste(Sommerpalast) hinunter in die Stadt. Wir besichtigen die Kathedrale und einige Nebengebäude und danach das Albacin, die ehemalige Altstadt. Zur Maurenzeit ein Rückzugsort vieler Mauren, die aus den nördlicheren Regionen Spaniens während der Reconquista vertrieben wurden. Das Albacin war einst Rückzugsort für 60 000 Mauren, deren Anzahl im Rahmen der Rechristianisierung auf ca. 6000 sank. Heute ist es ein sehr gut restauriertes Altstadtviertel, dass viele Touristen anlockt und mit dem Platz Mirrador de San Nicolas einen der besten Plätze bietet, um die Alhambra bei Sonnenuntergang zu bewundern.



Am Platz Mirrador de San Nicolas reservieren wir uns für den Abend ein Restaurant mit hervorragender Aussicht und genießen bei einem guten Abendessen und bei untergehender Sonne das Farbenspiel an der gegenüberliegenden Alhambra.

Die Alhambra in Granada ist eines der bekanntesten Beispiele islamischer Architektur in Europa und hat eine reiche und komplexe Geschichte, die mehrere Jahrhunderte umspannt. Hier ein Überblick über die wichtigsten Phasen:
Die Ursprünge der Alhambra gehen auf die Zeit vor der maurischen Herrschaft zurück. Die ersten Bauwerke auf dem Hügel von Sabika, wo die Alhambra steht, stammen wahrscheinlich aus römischer und vorislamischer Zeit. Der Name “Alhambra” kommt vom arabischen „al-Ḥamrā’“ (die Rote), was auf die rötliche Farbe der Mauern und der Steine verweist.
Der bedeutendste Abschnitt der Alhambra-Geschichte begann im 13. Jahrhundert, als Muhammad I. (1238–1273), der Gründer der Nasriden-Dynastie, Granada zur Hauptstadt seines Reiches machte. Er begann mit dem Bau des Alhambra-Komplexes. Muhammad I. und seine Nachfolger errichteten Paläste, Gärten und Befestigungsanlagen, die die Alhambra zu einem Symbol der Macht und des kulturellen Glanzes des Nasridenreichs machten.
Unter Yusuf I. (1333–1354) und Muhammad V. (1354–1391) wurde die Alhambra erheblich erweitert und erhielt ihre prächtigsten Gebäude, darunter:
- den berühmten Löwenhof (Patio de los Leones),
- den Löwenpalast), mit seinen reich verzierten Säulen und Wasserspielen.
Nach der Eroberung Granadas durch die Katholischen Könige Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón im Jahr 1492, endete die islamische Herrschaft in Spanien. Die Alhambra wurde zum Sitz des katholischen Hofes. Die Katholischen Könige ließen Teile des Komplexes verändern und nahmen christliche Symbole und Elemente auf. Der Palast von Karl V., ein Renaissancebau, wurde innerhalb der Alhambra im 16. Jahrhundert errichtet, ein deutlicher Bruch mit dem maurischen Stil.
Nach der Vertreibung der Muslime verfiel die Alhambra über die Jahrhunderte. Im 18. Jahrhundert wurde sie vernachlässigt, und Teile wurden sogar als Kaserne genutzt.
Im 19. Jahrhundert erregte die Alhambra wieder internationales Interesse, insbesondere durch den amerikanischen Schriftsteller Washington Irving, der 1829 sein berühmtes Buch “Tales of the Alhambra” veröffentlichte. Dies führte zu einer Wiederbelebung des Interesses an der Alhambra und ersten Restaurierungsversuchen.
Seit dem 19. Jahrhundert wurden umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchgeführt, um den historischen Charakter des Komplexes zu bewahren. Heute ist die Alhambra eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Spanien und ein UNESCO-Weltkulturerbe. Sie zieht Millionen von Besuchern aus aller Welt an und gilt als Meisterwerk islamischer Kunst, das die kulturelle und religiöse Verschmelzung von Spanien im Mittelalter widerspiegelt.
Stellplatz Stellplatz an der Alhambra, Laufnähe zur Alhambra und von dort mit dem Bus in die Innenstadt, kein WLAN, keine Sanitäranlagen, daher nicht zu empfehlen, 27.-29.09.24, sehr teuer