Córdoba und die Mezquita
Von Granada fahren wir weiter auf unserem Weg durch besondere historische Stätten des alten Spanien nach Córdoba. Während der islamischen Herrschaft im Mittelalter war Córdoba eine der größten und fortschrittlichsten Städte der Welt. Im 10. Jahrhundert war sie das Zentrum des Kalifats von Córdoba und eines der wichtigsten kulturellen und intellektuellen Zentren Europas. Die Stadt war berühmt für ihre Universitäten, Bibliotheken und Gelehrten, die bedeutende Beiträge zu den Wissenschaften, der Philosophie und der Medizin leisteten.
Córdoba beherbergt die berühmte Mezquita-Catedral, die einst die größte Moschee der islamischen Welt war und später nach der christlichen Rückeroberung im Jahr 1236 in eine Kathedrale umgewandelt wurde. Dieses Bauwerk ist eines der bedeutendsten Beispiele für die islamische Architektur in Europa und ein UNESCO-Weltkulturerbe. Neben der Mezquita hat Córdoba eine außergewöhnliche Anzahl an UNESCO-Weltkulturerbestätten. Dazu gehören die Altstadt von Córdoba, die Medina Azahara (eine archäologische Stätte einer ehemaligen maurischen Stadt).

Die Mezquita-Catedral de Córdoba ist eines der bedeutendsten Bauwerke islamischer Architektur in Europa und hat eine faszinierende Geschichte, die das wechselhafte kulturelle und religiöse Erbe Spaniens widerspiegelt. Ihre Historie reicht von den Anfängen der islamischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel bis zur christlichen Rückeroberung und darüber hinaus.
Vor der islamischen Eroberung der Region war der Ort, an dem die Mezquita steht, eine westgotische Kirche, die dem heiligen Vinzenz von Saragossa gewidmet war. Mit der Ankunft der muslimischen Herrscher im 8. Jahrhundert wurde diese Kirche teilweise für den Bau der Moschee verwendet.
Abd ar-Rahman I., der erste Emir von Córdoba und ein Mitglied der Umayyaden-Dynastie, begann 784 mit dem Bau der Großen Moschee von Córdoba. Er wählte den Standort der ehemaligen westgotischen Kirche aus und kaufte das Land von den christlichen Einwohnern. Der ursprüngliche Bau bestand aus einer Gebetshalle, die von Säulenhallen umgeben war, und einem großen Innenhof. Abd ar-Rahman I. etablierte die Grundstruktur, die sich durch die berühmten rot-weißen Hufeisenbögen auszeichnet, welche auf antiken römischen und westgotischen Bauformen basierten.
Unter Abd ar-Rahman II. (822–852) und Al-Hakam II. (961–976) wurde die Moschee erheblich erweitert. Insbesondere Al-Hakam II. fügte der Moschee einen prächtigen Mihrab (Gebetsnische) hinzu, der mit feinen Mosaiken und arabischen Schriftzügen verziert war, und vergrößerte die Gebetshalle, sodass sie Platz für bis zu 40.000 Gläubige bot. Die Moschee wurde während dieser Zeit zu einem Zentrum des religiösen, intellektuellen und kulturellen Lebens in al-Andalus. Córdoba war eine der größten und fortschrittlichsten Städte Europas, und die Moschee stand im Mittelpunkt dieser blühenden Metropole.
Der mächtige Heerführer Almanzor (Al-Mansur) veranlasste die letzte große Erweiterung der Moschee im Jahr 987. Er ließ die Gebetshalle noch einmal erheblich vergrößern, jedoch ohne die architektonische Symmetrie der ursprünglichen Struktur zu berücksichtigen. Durch diese Erweiterung wurde die Moschee zu einem der größten islamischen Heiligtümer der Welt.
Im Jahr 1236 eroberte der kastilische König Ferdinand III. Córdoba im Rahmen der christlichen Rückeroberung (Reconquista). Die Moschee wurde daraufhin in eine christliche Kathedrale umgewandelt, doch die islamische Architektur blieb größtenteils erhalten. In den folgenden Jahrhunderten wurden einige christliche Elemente hinzugefügt, aber der Großteil der Moschee blieb intakt. Die christliche Kirche nutzte die Struktur für liturgische Zwecke und integrierte sie in die neue religiöse Ordnung.
Im 16. Jahrhundert, unter der Herrschaft von Karl V., wurde im Zentrum der Mezquita eine große Renaissance-Kathedrale errichtet. Der Bau dieser Kirche im Herzen der Moschee führte zu einem Bruch in der architektonischen Harmonie des Gebäudes.
Karl V. soll später geäußert haben, dass er den Bau bedauerte, da er das einzigartige Erbe der islamischen Architektur beeinträchtigt hatte. Der Bau der Kathedrale veränderte das Erscheinungsbild der Moschee erheblich, aber viele der islamischen Elemente blieben erhalten.
Heute ist die Mezquita-Catedral ein Symbol für die Verschmelzung der Kulturen und Religionen in Spanien. Die islamischen Elemente der Moschee, wie die kunstvoll verzierten Bögen und der Mihrab, stehen im Kontrast zu den späteren christlichen Ergänzungen, wie der Renaissance-Kathedrale und dem Altar. 1984 wurde die Mezquita-Catedral von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.





Leider ist eine Nachtführung durch die Mezquita nicht möglich, aber wir genießen das imposante Bauwerk bei einem 2-stündigen Rundgang und sind beeindruckt von der Größe und der Baukunst der damaligen Zeit.


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