Guggenheim – Museum

Guggenheim – Museum Bilbao

Wir erreichen Bilbao nach ca. 6 Stunden und bekommen auf dem nur 3,1 km von der Innenstadt entfernten Stellplatz einen Sahneplatz mit Blick über die Stadt – ein Glücksfall, zumal es ist 2. letzte Platz für heute und uns liegt die Stadt zu Füßen. Rechts ein Nachtbild, das in der Mitte das Stadion des Bilbaoer Fußballclubs zeigt, der gerade heute gegen FC Barcelona spielen muss.

Ziel unseres Besuches ist aber in erster Linie das Guggenheim – Museum, das in 1995 eröffnet wurde. Nach einer kurzen Pause fahren wir mit dem Fahrrad in die Innenstadt, in der neben dem Fußballspiel gerade noch die Vorbereitungen für den Stadt – Nachtmarathon laufen, der ein u.a. rund um das Guggenheim – Museum stattfindet.

Das Guggenheim-Museum in Bilbao ist ein bedeutendes Kunstmuseum im Norden Spaniens, das sich auf moderne und zeitgenössische Kunst spezialisiert hat. Es ist ein Meilenstein der Architektur und hat eine wichtige Rolle bei der wirtschaftlichen und kulturellen Erneuerung Bilbaos gespielt.

In den späten 1980er Jahren befand sich Bilbao, eine Stadt in der baskischen Region Spaniens, in einer wirtschaftlichen Krise. Die traditionellen Industrien wie Stahl- und Schiffbau verloren an Bedeutung, und es gab einen dringenden Bedarf, die Stadt wirtschaftlich und kulturell wiederzubeleben. 1992 begannen deshalb die Regionalregierung des Baskenlandes und die Solomon R. Guggenheim Foundation in New York Gespräche über den Bau eines Museums in Bilbao. Das Ziel war es, Bilbao als kulturelles Zentrum zu etablieren und den Tourismus anzukurbeln. Der Bau des Guggenheim-Museums begann in 1993, nachdem der amerikanische Architekt Frank Gehry den Zuschlag für das Design erhalten hatte. Gehrys Entwurf zeichnete sich durch seine innovative Architektur aus, die geschwungene Formen und eine Fassade aus Titan, Glas und Kalkstein umfasste.

Am 19. Oktober 1997 wurde das Guggenheim-Museum Bilbao offiziell eröffnet. Die Eröffnung war ein großer Erfolg und zog sofort internationale Aufmerksamkeit auf sich. Das Gebäude wurde für seine futuristische Architektur gelobt, die als Meisterwerk des Dekonstruktivismus gilt.

Das Guggenheim-Museum hatte eine tiefgreifende Wirkung auf die Stadt Bilbao und wird oft als Beispiel für den sogenannten “Bilbao-Effekt” angeführt – eine Stadtentwicklungsstrategie, bei der ikonische Kulturgebäude zur wirtschaftlichen und kulturellen Belebung beitragen. Seit der Eröffnung des Museums haben sich die Besucherzahlen stark erhöht, und die Stadt hat sich zu einem wichtigen touristischen Ziel entwickelt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Museums waren enorm. Es trug zur Schaffung neuer Arbeitsplätze bei, förderte Investitionen in die Infrastruktur und half, Bilbao als Kunst- und Kulturstadt neu zu positionieren. Hotels, Restaurants und andere Dienstleistungen erlebten einen deutlichen Anstieg der Nachfrage.

Das Guggenheim-Museum Bilbao zeigt Werke moderner und zeitgenössischer Kunst und hat regelmäßig Wechselausstellungen. Die Sammlung umfasst Werke von Künstlern wie Jeff Koons, Richard Serra und Anselm Kiefer. Eines der bekanntesten Werke ist Richard Serras monumentale Skulptur “The Matter of Time” (1994–2005). Das Museum wurde seit seiner Eröffnung mehrfach renoviert und erweitert, um den Anforderungen einer stetig wachsenden Besucherzahl gerecht zu werden. Dennoch bleibt das ursprüngliche Design von Frank Gehry das Herzstück und prägendes Merkmal des Museums.

Wir fahren direkt zum Museum und nutzen noch die letzte Stunde der Öffnungszeit, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Samstags und sonntags ist eintrittsfrei und dem entsprechend ist die Besucherzahl enorm hoch.

Die Vieldimensionalität der äußeren Konturen sowie die komplexen Formen im Inneren sind für den Besucher und waren sicherlich auch für die Künstler inspirierend bei der Betrachtung bzw. Herstellung ihrer Skulpturen.

Gleich nach der Eingangsschleuse erwartet uns im Erdgeschoß die Lichtinstallation „Split Second“ des Künstlers Anthony McCall , die sehr interessante Lichteffekte erzeugt.

Vom zweiten Stock hat man einen Panoramablick auf die im ersten Stock aufgestellte begehbare Skulptur „The Matter of Time“ von Richarda Serra. Es ist eine Dauerausstellung aus verwitterten Stahlblechen, deren Herstellung mit modernsten Technologien erfolgte.

Hier eine raumfühlende Skulptur, genannt „Tulips“ von Jeff Koons. Sie wirkt sehr zerbrechlich, ist ab aber aus poliertem Edelstahl gefertigt.

Diese Großinstallation „Rising Sea“ (800X1470 cm)ist eine Referenz bzw. soll an Sklavenverschiffung aus Afrika erinnern. Sie ist vom dem nigerianischem Künstler El Anatiusi (auch dort hergestellt, mit vielen Mitarbeiter in mehreren tausend Stunden Arbeit) und besteht aus aneinander genähten Schnapsflaschenverschlüssen, weil vielfach Sklaven mit importiertem Schnaps bezahlt wurden. Unten die Dörfer und Landschaften und obige Partie soll den Himmel symbolisieren.

Eine raumgreifende Wandbemalung vom Konzeptkünstler Sol Lewitt, die, aufgrund der verwendeten Maltechnik, dreidimensionale Effekte erzielt.

Der Sonnenaufgang am Abreisetag

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