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Sevilla

Sevilla, eine besondere Stadt

Von einer bedeutenden Stadt Spaniens fahren wir weiter in eine noch größere Stadt, mit ebenso interessanter Historie. Leider ereilt uns eine Reifenpanne auf etwa der halben Wegstrecke nach Sevilla, glücklicherweise 100 m vor eine Ausfahrt. Auf der müssen wir dann anhalten, weil der Reifen vor links komplett die Luft verloren hat. Der Reifenwechsel bereitet uns zwei Probleme, erstens ist die Felge auf der Rabe leicht angerostet, sodass sie sich nur mit harten Schlägen eines Schlagholzes vom Straßenrand lösen läßt. Zweitens mussten wir YouTube bemühen, um das Ersatzrad unter dem rückwärtigen Teil des Campers zu lösen. Nach ca. 45 min konnten wir dann die Fahrt fortsetzen. Den Reifen konnten wir dann für 20 Euro am Zielort bei Firststop flicken lassen.

Nun zu Sevilla. Die Stadte hat ebenso römische Ursprünge; Sevilla, damals bekannt als Hispalis, wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. von den Römern erobert und war eine blühende Stadt während der römischen Herrschaft in Hispania. Im 8. Jahrhundert eroberten die Mauren Sevilla und machten sie zu einem bedeutenden Zentrum des islamischen Spaniens (Al-Andalus). Unter der maurischen Herrschaft erlebte die Stadt eine kulturelle und wirtschaftliche Blüte. Im 13. Jahrhundert eroberten die christlichen Königreiche Spaniens Sevilla zurück und integrierten sie in ihr Königreich. Dies markierte das Ende der maurischen Herrschaft und den Beginn einer neuen Ära für die Stadt unter christlicher Herrschaft.

Im 15. und 16. Jahrhundert erlebte Sevilla eine Zeit des Wohlstands und war ein bedeutendes Zentrum des Handels mit der Neuen Welt. Die Stadt war ein wichtiger Hafen für Schiffe, die nach Amerika segelten, und erlangte so wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung. Der gesamte Handel mit der neuen Welt (Spanien beherrschte fast den gesamten Mittel- und südamerikanischen Kontinent) wurde über Sevilla abgewickelt, bis im 18. Jh. das dafür zuständige Büro nach Cadiz verlegt wurde.

Deshalb wurde auch Ch. Kolumbus in der Kathedeale von Sevilla beigesetzt. (Bild links)

Plaza Espana, erbaut zur ibero-amerikanischen Ausstellung im Jahre 1929 auf einer Fläche von 50 000 qm
Grab des Chr. Kolumbus in der Kathedrale von Sevilla

Später spielte Seviila eine wichtige Rolle in der industriellen Revolution Spaniens und erlebte im 20. Jahrhundert bedeutende Veränderungen, insbesondere während der spanischen Diktatur unter Franco und danach im Zuge der Demokratisierung Spaniens.

Campingplatz Villsom in Dos Hermanas, sehr freundliches Personal, renovierungsbedürftige Sanitäranlagen, gute Busverbindung nach Sevilla,kein WLAN am Stellplatz, 04.-07.10.24, stark frequentiert,

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Cordoba

Córdoba und die Mezquita

Von Granada fahren wir weiter auf unserem Weg durch besondere historische Stätten des alten Spanien nach Córdoba. Während der islamischen Herrschaft im Mittelalter war Córdoba eine der größten und fortschrittlichsten Städte der Welt. Im 10. Jahrhundert war sie das Zentrum des Kalifats von Córdoba und eines der wichtigsten kulturellen und intellektuellen Zentren Europas. Die Stadt war berühmt für ihre Universitäten, Bibliotheken und Gelehrten, die bedeutende Beiträge zu den Wissenschaften, der Philosophie und der Medizin leisteten.

Córdoba beherbergt die berühmte Mezquita-Catedral, die einst die größte Moschee der islamischen Welt war und später nach der christlichen Rückeroberung im Jahr 1236 in eine Kathedrale umgewandelt wurde. Dieses Bauwerk ist eines der bedeutendsten Beispiele für die islamische Architektur in Europa und ein UNESCO-Weltkulturerbe. Neben der Mezquita hat Córdoba eine außergewöhnliche Anzahl an UNESCO-Weltkulturerbestätten. Dazu gehören die Altstadt von Córdoba, die Medina Azahara (eine archäologische Stätte einer ehemaligen maurischen Stadt).

Blick auf die die Mezquita von der Puente Romano de Córdoba

Die Mezquita-Catedral de Córdoba ist eines der bedeutendsten Bauwerke islamischer Architektur in Europa und hat eine faszinierende Geschichte, die das wechselhafte kulturelle und religiöse Erbe Spaniens widerspiegelt. Ihre Historie reicht von den Anfängen der islamischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel bis zur christlichen Rückeroberung und darüber hinaus.

Vor der islamischen Eroberung der Region war der Ort, an dem die Mezquita steht, eine westgotische Kirche, die dem heiligen Vinzenz von Saragossa gewidmet war. Mit der Ankunft der muslimischen Herrscher im 8. Jahrhundert wurde diese Kirche teilweise für den Bau der Moschee verwendet.

Abd ar-Rahman I., der erste Emir von Córdoba und ein Mitglied der Umayyaden-Dynastie, begann 784 mit dem Bau der Großen Moschee von Córdoba. Er wählte den Standort der ehemaligen westgotischen Kirche aus und kaufte das Land von den christlichen Einwohnern. Der ursprüngliche Bau bestand aus einer Gebetshalle, die von Säulenhallen umgeben war, und einem großen Innenhof. Abd ar-Rahman I. etablierte die Grundstruktur, die sich durch die berühmten rot-weißen Hufeisenbögen auszeichnet, welche auf antiken römischen und westgotischen Bauformen basierten.

Unter Abd ar-Rahman II. (822–852) und Al-Hakam II. (961–976) wurde die Moschee erheblich erweitert. Insbesondere Al-Hakam II. fügte der Moschee einen prächtigen Mihrab (Gebetsnische) hinzu, der mit feinen Mosaiken und arabischen Schriftzügen verziert war, und vergrößerte die Gebetshalle, sodass sie Platz für bis zu 40.000 Gläubige bot. Die Moschee wurde während dieser Zeit zu einem Zentrum des religiösen, intellektuellen und kulturellen Lebens in al-Andalus. Córdoba war eine der größten und fortschrittlichsten Städte Europas, und die Moschee stand im Mittelpunkt dieser blühenden Metropole.

Der mächtige Heerführer Almanzor (Al-Mansur) veranlasste die letzte große Erweiterung der Moschee im Jahr 987. Er ließ die Gebetshalle noch einmal erheblich vergrößern, jedoch ohne die architektonische Symmetrie der ursprünglichen Struktur zu berücksichtigen. Durch diese Erweiterung wurde die Moschee zu einem der größten islamischen Heiligtümer der Welt.

Im Jahr 1236 eroberte der kastilische König Ferdinand III. Córdoba im Rahmen der christlichen Rückeroberung (Reconquista). Die Moschee wurde daraufhin in eine christliche Kathedrale umgewandelt, doch die islamische Architektur blieb größtenteils erhalten. In den folgenden Jahrhunderten wurden einige christliche Elemente hinzugefügt, aber der Großteil der Moschee blieb intakt. Die christliche Kirche nutzte die Struktur für liturgische Zwecke und integrierte sie in die neue religiöse Ordnung.

Im 16. Jahrhundert, unter der Herrschaft von Karl V., wurde im Zentrum der Mezquita eine große Renaissance-Kathedrale errichtet. Der Bau dieser Kirche im Herzen der Moschee führte zu einem Bruch in der architektonischen Harmonie des Gebäudes.

Karl V. soll später geäußert haben, dass er den Bau bedauerte, da er das einzigartige Erbe der islamischen Architektur beeinträchtigt hatte. Der Bau der Kathedrale veränderte das Erscheinungsbild der Moschee erheblich, aber viele der islamischen Elemente blieben erhalten.

Heute ist die Mezquita-Catedral ein Symbol für die Verschmelzung der Kulturen und Religionen in Spanien. Die islamischen Elemente der Moschee, wie die kunstvoll verzierten Bögen und der Mihrab, stehen im Kontrast zu den späteren christlichen Ergänzungen, wie der Renaissance-Kathedrale und dem Altar. 1984 wurde die Mezquita-Catedral von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Leider ist eine Nachtführung durch die Mezquita nicht möglich, aber wir genießen das imposante Bauwerk bei einem 2-stündigen Rundgang und sind beeindruckt von der Größe und der Baukunst der damaligen Zeit.

Stellplatz Aera de Autocaravanas, kein Personal, keine Sanitäranlagen, Laufnähe zur Innenstadt, kein WLAN am Stellplatz, 28.09.-01.10.24, stark frequentiert,

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Der Besuch in Granda

Der Besuch in Granada

Von Guadix starten wir nach Granada, mit dem Ziel, die Alhambra zu besichtigen. Der Stellplatz direkt neben der Alhambra ist kaum belegt und so finden gleich einen Platz. Unmittelbar danach gehen wir zur Abendkasse und hoffen, noch Restkarten für den nächsten Tag oder für eine Nachtbesichtigung der Nasaridenpaläste zu ergattern. Beides misslingt, auch am nächsten Tag. Somit müssen wir uns mit der Aussenansicht der Alhambra sowie der Altstadt Granada‘s mit seiner Kathedrale etc. begnügen.

Die Geschichte von Granada ist reich und vielschichtig, auch ohne die Alhambra, die zweifellos eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt ist. Granada wurde ursprünglich von den Iberern besiedelt und war später eine wichtige Stadt im maurischen Emirat von Córdoba. Im 13. Jahrhundert wurde sie zur Hauptstadt des Königreichs Granada, dem letzten muslimischen Reich auf der iberischen Halbinsel. Die Stadt spielte eine entscheidende Rolle während der Reconquista und fiel schließlich 1492 in die Hände der katholischen Könige Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón. Danach erlebte Granada eine kulturelle Blütezeit unter spanischer Herrschaft.

Vom Stellplatz wandern wir entlang der Alhambra, quasi ein Tunnel zwischen den Befestigungsanlagen der Alhambra und dem Generalife (Gartenkunst und Nasaridenpläste(Sommerpalast) hinunter in die Stadt. Wir besichtigen die Kathedrale und einige Nebengebäude und danach das Albacin, die ehemalige Altstadt. Zur Maurenzeit ein Rückzugsort vieler Mauren, die aus den nördlicheren Regionen Spaniens während der Reconquista vertrieben wurden. Das Albacin war einst Rückzugsort für 60 000 Mauren, deren Anzahl im Rahmen der Rechristianisierung auf ca. 6000 sank. Heute ist es ein sehr gut restauriertes Altstadtviertel, dass viele Touristen anlockt und mit dem Platz Mirrador de San Nicolas einen der besten Plätze bietet, um die Alhambra bei Sonnenuntergang zu bewundern.

Am Platz Mirrador de San Nicolas reservieren wir uns für den Abend ein Restaurant mit hervorragender Aussicht und genießen bei einem guten Abendessen und bei untergehender Sonne das Farbenspiel an der gegenüberliegenden Alhambra.

Der Blick auf die Alhambra mit der herrlichen Abendbeleuchtung vom Platz Mirador de San Nicolas

Die Alhambra in Granada ist eines der bekanntesten Beispiele islamischer Architektur in Europa und hat eine reiche und komplexe Geschichte, die mehrere Jahrhunderte umspannt. Hier ein Überblick über die wichtigsten Phasen:

Die Ursprünge der Alhambra gehen auf die Zeit vor der maurischen Herrschaft zurück. Die ersten Bauwerke auf dem Hügel von Sabika, wo die Alhambra steht, stammen wahrscheinlich aus römischer und vorislamischer Zeit. Der Name “Alhambra” kommt vom arabischen „al-Ḥamrā’“ (die Rote), was auf die rötliche Farbe der Mauern und der Steine verweist.

Der bedeutendste Abschnitt der Alhambra-Geschichte begann im 13. Jahrhundert, als Muhammad I. (1238–1273), der Gründer der Nasriden-Dynastie, Granada zur Hauptstadt seines Reiches machte. Er begann mit dem Bau des Alhambra-Komplexes. Muhammad I. und seine Nachfolger errichteten Paläste, Gärten und Befestigungsanlagen, die die Alhambra zu einem Symbol der Macht und des kulturellen Glanzes des Nasridenreichs machten.

Unter Yusuf I. (1333–1354) und Muhammad V. (1354–1391) wurde die Alhambra erheblich erweitert und erhielt ihre prächtigsten Gebäude, darunter:

  • den berühmten Löwenhof (Patio de los Leones),
  • den Löwenpalast), mit seinen reich verzierten Säulen und Wasserspielen.

Nach der Eroberung Granadas durch die Katholischen Könige Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón im Jahr 1492, endete die islamische Herrschaft in Spanien. Die Alhambra wurde zum Sitz des katholischen Hofes. Die Katholischen Könige ließen Teile des Komplexes verändern und nahmen christliche Symbole und Elemente auf. Der Palast von Karl V., ein Renaissancebau, wurde innerhalb der Alhambra im 16. Jahrhundert errichtet, ein deutlicher Bruch mit dem maurischen Stil.

Nach der Vertreibung der Muslime verfiel die Alhambra über die Jahrhunderte. Im 18. Jahrhundert wurde sie vernachlässigt, und Teile wurden sogar als Kaserne genutzt.

Im 19. Jahrhundert erregte die Alhambra wieder internationales Interesse, insbesondere durch den amerikanischen Schriftsteller Washington Irving, der 1829 sein berühmtes Buch “Tales of the Alhambra” veröffentlichte. Dies führte zu einer Wiederbelebung des Interesses an der Alhambra und ersten Restaurierungsversuchen.

Seit dem 19. Jahrhundert wurden umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchgeführt, um den historischen Charakter des Komplexes zu bewahren. Heute ist die Alhambra eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Spanien und ein UNESCO-Weltkulturerbe. Sie zieht Millionen von Besuchern aus aller Welt an und gilt als Meisterwerk islamischer Kunst, das die kulturelle und religiöse Verschmelzung von Spanien im Mittelalter widerspiegelt.

Stellplatz Stellplatz an der Alhambra, Laufnähe zur Alhambra und von dort mit dem Bus in die Innenstadt, kein WLAN, keine Sanitäranlagen, daher nicht zu empfehlen, 27.-29.09.24, sehr teuer

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Guadix

Zwischenstopp in Guadix

Auf dem Weg nach Granda unternehmen wir einen Zwischenstopp in Guadix. Diese Stadt ist bekannt für ihre faszinierenden Höhlenwohnungen, die in die weichen Felsen der Umgebung gehauen sind. Diese Höhlen, genannt “cuevas”, bieten sowohl historisches als auch kulturelles Erbe und werden zum Teil noch heute bewohnt. Guadix hat auch eine reiche Geschichte, die bis in die Zeit der Römer zurückreicht. Diese Beschreibung hat uns gereizt und zudem soll die Stadt auch eine fantastische Altstadt haben, die wir besuchen wollen.

In Guadix haben uns dann mit Marika und Thomas (Freunde aus Menden) getroffen und haben vor einige Stationen der weiteren Andalusienreise gemeinsam zu absolvieren. Der Stellplatz is leider sehr bescheiden, so dass wir gemeinsam entscheiden, nach dem Besuch des Stadtvierteles mit den Höhlenwohnungen sowie der Kathedrale weiterzufahren. Der Spaziergang zum Museum der Höhlenwohnung dauert etwa 25 min. und es wird uns überraschender Weise geöffnet von einem jungen deutschen Mann. Wie sich in dem Gespräch herausstellt, ist er der Sohn eines spanischen Gastarbeiters in Deutschland, der sich in der Rente mit seiner Lebensgefährtin nach Almeria zurückgezogen hat. Nach der Scheidung von seiner Frau hat sich der Junior vorerst auch nach Spanien zurückgezogen.

Wir besuchen sowohl das Museum als auch eine Wohnung eines kleinen Shops an der Aussichtsplatform; die Platform bietet einen tollen Überblick über das gesamte Viertel. Der Shopbesitzer gewährt uns bei einem Kaltgetränk und gegen eine kleine Spende einen Einblick in seine Wohnung. Wie wir erfahren, bieten die heutigen Höhlen einen angemessen Komfort, aber auch bei hohen Außentemperaturen eine angenehme wohltemperierte Wohnatmosphäre.

Die Höhlenwohnungen haben ihren Ursprung in prähistorischer Zeit. Sie sind ein faszinierendes Beispiel für traditionelle Bauweise und angepasste Architektur in einer einzigartigen geografischen Umgebung. Sie wurden von den Mauren im 10. Jahrhundert weiterentwickelt und später auch von christlichen Einwohnern genutzt. Die Höhlen bieten eine natürliche Isolation vor den extremen Temperaturen der Region und es sollen heute noch ca. 2000 Menschen in diesen Höhlenwohnungen leben.

Die Kathedrale liegt im Herzen der Stadt und prägt das Stadtbild von Guadix maßgeblich; sie, auch Catedral de la Encarnación de Guadix genannt, ist ein beeindruckendes Bauwerk, das auf den Fundamenten einer ehemaligen Moschee errichtet wurde. Sie vereint verschiedene Architekturstile, darunter Gotik, Renaissance und Barock, was auf die lange Bauzeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert zurückzuführen ist. Nach der Rückeroberung durch die Katholischen Könige im 15. Jahrhundert wurde die Moschee in eine christliche Kirche umgewandelt. Der Bau der heutigen Kathedrale begann im Jahr 1492. Die Fassade ist hauptsächlich im Barockstil gehalten, mit kunstvollen Verzierungen und imposanten Säulen. Die Kathedrale ist nicht nur religiös von Bedeutung, sondern auch ein kulturelles Zentrum der Stadt und ein Beispiel für die Vermischung verschiedener Baustile und historischer Einflüsse.

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Cartagena

Cartagena

Nach den Entdeckungstouren durch Valenica legen wir auf dem Weg nach Granada einen 4 – tägigen Zwischenstopp am Meer ein, um zu entspannen und die herrlichen Temperaturen zu genießen.

Diese nette kleine Bucht erwartet uns.

Cartagena ist nur 12 km entfernt und so unternehmen wir am ersten Abend eine Fahrradtour in die Stadt. Dort findet in dieser Woche gerade ein römisches Festival mit täglichen Paraden und Schauspielen statt. Wir bleiben bis ca. 22 Uhr und nehmen an einer Veranstaltung teil.

Cartagena wurde 227 v. Chr. von den Karthagern unter der Führung von Hasdrubal dem Schönen gegründet und ursprünglich als Qart Hadasht bezeichnet, was „Neue Stadt“ bedeutet. Sie war als militärische und maritime Basis der Karthager gedacht, um ihre Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel auszubauen. Das römische Festival in Cartagena, bekannt als “Cartagineses y Romanos” (Karthager und Römer), ist eines der bekanntesten historischen Feste in Spanien. Es findet jedes Jahr Ende September statt. Das Festival stellt den historischen Konflikt zwischen den Karthagern und den Römern dar, der 209 v. Chr. mit der Eroberung Cartagenas durch den römischen Feldherrn Scipio Africanus seinen Höhepunkt fand. Cartagena war damals ein bedeutender karthagischer Hafen und eines der wichtigsten Zentren auf der Iberischen Halbinsel. Dieses Ereignis markierte den Beginn der römischen Vorherrschaft in Spanien.

Die Hauptattraktion des Festivals sind die spektakulären historischen Nachstellungen der Schlachten und Ereignisse des Zweiten Punischen Krieges. Dazu gehört die Eroberung von Qart Hadasht durch die Römer und die Krönung von Hasdrubal, dem karthagischen Anführer. Diese Nachstellungen werden von Mitgliedern der verschiedenen Festvereine (comparsas) der Stadt durchgeführt, die entweder die Römer oder die Karthager repräsentieren.

Schon die Kinder nehmen an den Paraden teil

Am zweiten Abend ergattern wir einen tollen Zuschauerplatz und sehen den gesamten Festzug durch die Stadt ziehen, mit viel Musik und in herrlichen Kostümen; ein lohnender Besuch.

Campingplatz Naturista El Portús, sehr freundliches Personal, renovierungsbedürftige Sanitäranlagen, mit dem Fahrrad nach Cartagena 12km, phantastische Lage am Meer, kein WLAN am Stellplatz, 23.-27,.09.24, aufgrund der Lage gut besucht, aber der gesamte Platz soll im Winter saniert werden,

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Valencia

Valencia

Auf unserem Trip in den Süden stoppen wir in Valenica, um eine der bedeutendsten Städte Spaniens zu erkunden, deren wechselhafte Geschichte bis in die Antike zurückreicht. Valencia wurde 138 v. Chr. von den Römern unter dem Namen Valentia Edetanorum gegründet. Die Stadt diente als Ruhesitz für römische Veteranen und wurde an einem strategisch wichtigen Punkt am Fluss Turia errichtet. Nach dem Zerfall des Römischen Reichs im 5. Jahrhundert wurde Valencia von den Westgoten beherrscht. Die westgotische Herrschaft endete jedoch im Jahr 711 n. Chr. mit der Ankunft der Mauren. Valencia wurde Teil des Kalifats von Córdoba und erlebte unter maurischer Herrschaft eine Blütezeit. Die Stadt wuchs, entwickelte eine bedeutende Landwirtschaft und profitierte von den technischen und wissenschaftlichen Fortschritten der islamischen Welt.

Im Jahr 1238 eroberte der christliche König Jakob I. von Aragón Valencia im Rahmen der sogenannten Reconquista zurück. Dies war ein entscheidender Wendepunkt in der Geschichte der Stadt, denn sie wurde fortan in das Königreich Aragón integriert und erlebte eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. Das Mittelalter brachte Valencia als Handelszentrum großes Ansehen, und es entwickelte sich eine bedeutende Seidenindustrie. Im 15. Jahrhundert, auch bekannt als das Siglo de Oro Valenciano (Goldenes Zeitalter von Valencia), erreichte die Stadt ihren Höhepunkt in Bezug auf Wirtschaft und Kunst. Die Seidenbörse „La Lonja de la Seda“, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, wurde in dieser Zeit errichtet.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Valencia, wie viele andere Teile Spaniens, von den politischen und militärischen Umwälzungen Europas beeinflusst. Die Stadt verlor nach der Spanischen Erbfolgekriege (1701–1714) einige ihrer Privilegien und Rechte, als Philipp V. nach seinem Sieg die zentralisierte Monarchie einführte. Dennoch behielt Valencia eine wichtige Rolle als Handelszentrum bei.

Im 19. Jahrhundert erlebte Valencia eine industrielle Entwicklung und den Ausbau der Stadt. Es kam jedoch auch zu politischen Spannungen, und die Stadt war Schauplatz mehrerer revolutionärer Bewegungen. Während des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) wurde Valencia zur vorübergehenden Hauptstadt der Republik, bevor sie 1939 von den Truppen Francisco Francos eingenommen wurde.

Im 20. Jahrhundert erholte sich Valencia nach den Wirren des Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur langsam und wurde zu einer der dynamischsten Städte Spaniens. Heute ist Valencia eine moderne Metropole mit einer vielfältigen Wirtschaft, die auf Industrie, Landwirtschaft, Tourismus und Dienstleistungen basiert. Die Stadt ist international bekannt für ihre Architektur, darunter der von Santiago Calatrava entworfene „Ciudad de las Artes y las Ciencias“ (Stadt der Künste und Wissenschaften), und für das populäre Fest „Las Fallas“.

Das Wissenschaftsmuseum Principe Felipe

Der im ersten Absatz erwähnte Fluß Turia ist heute eine 9 km lange grüne Oase durch die Stadt, vom Hafen bis in der Nordosten, voller Sportplätze, Laufstrecken, Fahrrad- und Wanderwegen, die zum gemütlichen Flanieren einladen. Die grüne Oase ist entstanden als man aufgrund von immer wieder vorkommenden Flutschäden in der Stadt den Fluß nach einem großen Flurschaden im Jahre 1957 umgeleitet hat.

Neben der Stadt der Künste und der Wissenschaft weist die Stadt eine Vielzahl historisch interessanter Gebäude auf, u.a. die Kathrdrale, die zentrale Markthalle und die Seidenbörse.

Die Kathedrale von Valencia (auf Spanisch: Catedral de Santa María de Valencia) ist eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke in Spanien und steht im Zentrum der Stadt Valencia. Bevor die Kathedrale errichtet wurde, stand an dieser Stelle eine maurische Moschee, da Valencia im frühen Mittelalter unter islamischer Herrschaft stand. Im Zuge der Reconquista wurde Valencia 1238 von Jakob I. von Aragón zurückerobert. Auf den Überresten der Moschee begann der Bau der christlichen Kathedrale.

Der Bau der Kathedrale begann 1262 und dauerte mehrere Jahrhunderte. Die Hauptbaustile, die die Kathedrale prägen, sind Gotik, Renaissance, Barock und Neoklassizismus. Ursprünglich wurde sie im gotischen Stil begonnen, was in den Grundstrukturen des Gebäudes zu erkennen ist, insbesondere in den Spitzbögen und dem Hauptschiff. Einige Abschnitte, wie die Kapellen, wurden jedoch später in anderen Stilen ergänzt.

Eine der berühmtesten Legenden rund um die Kathedrale von Valencia ist die, dass dort der Heilige Gral aufbewahrt wird. Diese Reliquie wird in einer speziell dafür eingerichteten Kapelle gezeigt und zieht bis heute viele Pilger und Touristen an. Der Gral, der seit 1437 in der Kathedrale aufbewahrt wird, stammt aus dem 1. Jahrhundert und könnte nach einigen Theorien der Kelch sein, den Jesus beim letzten Abendmahl benutzte.

Die Markthalle von Valencia, bekannt als Mercado Central de Valencia, ist ein beeindruckendes architektonisches und kulturelles Wahrzeichen der Stadt. Ihre Geschichte reicht bis ins späte 19. und frühe 20. Jahrhundert zurück und ist eng mit der Entwicklung der Stadt und ihrer Rolle als wichtiges Handelszentrum verbunden.

Valencia hatte schon immer eine Tradition des Handels, die bis ins Mittelalter reicht. Bereits vor dem Bau der heutigen Markthalle fanden in der Altstadt von Valencia an verschiedenen Orten Märkte statt, darunter auch auf offenen Plätzen wie der Plaza del Mercado.

Ende des 19. Jahrhunderts, im Zuge der Urbanisierung und des Bevölkerungswachstums, wurde jedoch klar, dass Valencia eine moderne Markthalle benötigte, die den gestiegenen Anforderungen gerecht werden konnte. 1910 beschlossen die Stadtväter den Bau eines überdachten Marktes. Das Projekt wurde von den Architekten Francesc Guàrdia i Vial und Alexandre Soler i March, Schüler von Antoni Gaudí, entworfen.

Die Halle erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 8.000 Quadratmetern und beherbergt über 1.200 Stände. Besonders bemerkenswert ist die große zentrale Kuppel, die mit farbenprächtigem Glas und Kacheln verziert ist, sowie die zahlreichen dekorativen Elemente, die der Halle eine leichte, luftige Atmosphäre verleihen.

Der Mercado Central wurde schnell zu einem wichtigen Handelszentrum der Stadt. Er bot nicht nur Platz für Händler, um ihre Waren anzubieten, sondern war auch ein Treffpunkt für die Bevölkerung. Auch heute noch ist die Markthalle ein beliebter Ort, an dem frische Lebensmittel, insbesondere regionale Produkte wie Fisch, Obst, Gemüse und Fleisch, angeboten werden.

Heute gilt die Mercado Central de Valencia als eine der größten und ältesten Markthallen Europas, die noch in Betrieb ist. Darüber hinaus wurde sie 2004 von der UNESCO als besonders schützenswertes Kulturerbe anerkannt.

Die Seidenbörse in Valencia ist eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke Spaniens und wurde 1996 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Seidenbörse wurde zwischen 1482 und 1548 erbaut und war ursprünglich ein Handelszentrum für Seide und andere Waren. Sie symbolisiert den Reichtum Valencias während der Blütezeit des Handels im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit und ist ein herausragendes Beispiel für die gotische Zivilarchitektur. Besonders bemerkenswert sind die imposanten Säulen in der Halle, die das Innere wie einen Palmenhain wirken lassen. Die drei Hauptbereichen sind die Säulenhalle – hier fanden die wichtigsten Handelsverträge statt- der Turm – diente früher als Gefängnis für Händler, die ihre Schulden nicht begleichen konnten – und der Konsulatsaal – dieser Raum wurde für maritime Handelsgesetze genutzt.

Stellplatz Valencia Camper Park, Personal ok, dürftige Sanitäranlagen, gute Verkehrsanbindung per S-Bahn (lange Fahrt in die Innenstadt), kein WLAN am Stellplatz, 24.-27.09.24, stark frequentiert und laut, aber nicht zu empfehlen

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Zwischenstopp an der Playa Bara

Zwischenstopp an der Playa Bara (nahe Tarragona)

Nach ca. 400 km Fahrt stoppen wir nahe Tarragona an der Play Bara, um das Meer und die Sonne zu genießen. Wir buchen für 3 Tage zu einem sehr günstigen Preis, denn auf diesem Platz geht Ende September die Saison zu Ende. Ein großzügiger Platz, nahe am Meer und sehr ruhig, wenn nicht die Bahntrasse wäre, die ab und zu mal etwas stört. Der Aufenthalt wird mit einem Spaziergang am Meer eingeläutet sowie mit einem landestypischen Gericht, der spanischen Paella. Sehr gut!

Am zweiten Tag steht eine Fahrradtour nach Tarragona auf dem Programm. Auch wenn anfänglich Radwege vorhanden sind, müssen wir ein etwa die Hälfte der Strecke (insgesamt 22 km) an der N 340 entlang. Glücklicherweise ist nicht so viel Verkehr. Dort angekommen bummeln wir durch die Stadt, über die Rambla Nova und besichtigen das antike Amphitheater, direkt am Meer gelegen.

Tarragona wurde von den Phöniziern gegründet und später von den Römern erobert, die sie zu einer bedeutenden Stadt in ihrer Provinz Tarraconensis machten. Unter römischer Herrschaft blühte Tarragona als Handelszentrum auf und war auch bekannt für seine prächtige Architektur, darunter das Amphitheater und die Stadtmauern. Im Mittelalter erlebte Tarragona eine wechselvolle Geschichte, als sie unter maurische, fränkische und katalanische Herrschaft fiel. Die Stadt war ein bedeutendes Zentrum während des Reconquista-Prozesses, bei dem christliche Königreiche versuchten, die iberische Halbinsel von muslimischer Herrschaft zurückzuerobern.

… und zum Abschluß des zweiten Tages noch einen schönen Sonnenuntergang am Meer

Campingplatz Playa Bara, sehr freundliches Personal, gute Sanitäranlagen, bedingt gute Verkehrsanbindung, (lange Fahrt per Fahrrad nach Tarragona), phantastische Lage am Meer im Pinienwald, WLAN am Stellplatz, 21.-24.09.24, wenig frequentiert, weil Nachsaion und schließt Ende September,

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Carcassonne

Carcassonne

Auf dem Campingplatz „Camping de la Cite“ angekommen bietet sich ein fantastischer Blick auf die guterhaltene Festung in Carcassonne, die wir nun im Laufe der folgenden Tage erkunden.

Die Altstadt von Carcassonne, bekannt für ihre beeindruckende Festungsanlage, hat eine reiche und komplexe Geschichte.

Carcassonne, ursprünglich eine keltische Siedlung, wurde später von den Römern erobert (ca. 112 BC) und entwickelten sich zu einem strategisch wichtigen Stützpunkt. Die Römer bauten die ersten Mauern und Festungsanlagen, die die Stadt schützten.

Im Mittelalter erlangte Carcassonne große Bedeutung als Handelszentrum. Ihre Lage an wichtigen Handelsrouten zwischen dem nördlichen und südlichen Frankreich förderte das Wachstum der Stadt. Im 12. und 13. Jahrhundert war Carcassonne ein Zentrum des Katharismus, einer religiösen Bewegung, die von der Kirche stark verfolgt wurde.

Die Stadt war während des Albigenserkreuzzugs (1209-1229) ein Schlüsselgebiet, da sie das Hauptquartier für die Katharer war. 1226 fiel Carcassonne an die französische Krone, was den Einfluss und die Kontrolle der Katharer stark einschränkte.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Stadt nach und nach modernisiert, aber die beeindruckenden mittelalterlichen Strukturen blieben erhalten. Im 19. Jahrhundert begann der Architekt Viollet-le-Duc mit umfangreichen Restaurierungsarbeiten, die das heutige Erscheinungsbild der Altstadt prägen.

Im Jahr 1997 wurde die Altstadt von Carcassonne zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, was ihre kulturelle und historische Bedeutung international anerkennt.
Die Altstadt von Carcassonne ist nicht nur ein bedeutendes historisches Monument, sondern auch ein lebendiges Zeugnis der Geschichte Frankreichs.

Schloß innerhalb der Festung
Basilika innerhalb der Festung

Campingplatz Camping de La City, freundliches Personal, renovierungsbedürftige Sanitäranlagen, gute Verkehrsanbindung, kein WLAN am Stellplatz, 23.-25.9.24

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Stopp an der Ardeche in Saint-Martin-d‘Ardeche

Stopp an der Ardeche in Saint-Martin-d‘Ardeche

Da ich bei unserem ersten Besuch der Ardeche keine Kanu – Tour unternommen habe, bin ich jetzt hier um dies nachzuholen. Richarda gönnt sich einen Ruhetag und ich breche um 8:30 Uhr auf um eine 24 km Tour zu absolvieren. Die Sonne geht auf und es wird über 20 Grad und sonnig. Ein wirklich unvergessliches Erlebnis. Am Ende der Strecke nach ca. 5 Stunden bin ich geschafft und freue mich auf ein schönes Essen.

Die folgenden Bilder geben nur einen kleinen Eindruck der beindruckenden Tour wieder. Empfehlenswert!!

Campingplatz Huttopia Le Moulin – Ardeche, sehr freundliches Personal, gute Sanitäranlagen, gute Verkehrsanbindung, kein WLAN am Stellplatz, 18.-20.9.24

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Zwischenstopp in Vienne

Zwischenstopp in Vienne

Einem Tipp folgend haben wir nach ca. 500 km auf dem Weg in den Süden einen Zwischenstopp in Vienne eingelegt. Ein Campingplatz auf einem alten Bauernhof, hoch über der Stadt, bietet zwar wenig Comfort, dafür aber einen herrlichen Blick auf das Rhonetal. Ohne einen Stadtrundgang (schlechtes Wetter) sind wir dann am nächsten Morgen aufgebrochen, um an die Ardeche zu fahren.

Campingplatz oberhalb von Vienne auf einem Bauernhof, sehr freundliches Personal, dürftige Sanitäranlagen, keine Verkehrsanbindung, kein Strom, abseits gelegen aber mit einem sehr guten Blick über das Rhonetal

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